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Rückblicke

"Schinderhannes ist der einzige rheinische Räuber, von dem man merkwürdigerweise heute noch an vielen Orten mit wahrer Begeisterung spricht", schrieb Rauchhaupt 1891.
"Begeisterung" für einen Totschläger, eine Judenhasser, fragen die einen, "Robin Hood der Deutschen" sagen die anderen, die sich lieber am fröhlich-naiven Kinofilm von 1957 orientieren. Beide Behauptungen haben ihre Berechtigungen:
a) Johannes Bückler (1779-1803), zuerst Schöner Hans, später Schinderhannes genannt, war tatsächlich ein Serienstraftäter, auf dessen Konto heute nachweislich 130 Delikte gehen, zumeist Diebstähle, Raubtaten und räuberische Erpressungen, ein Großteil davon gegen Menschen jüdischen Glaubens. Verurteilt wurde er aufgrund der Beweislage - juristisch korrekt ausgedrückt - auch als Mittäter an fünf vorsätzlich ausgeführten Tötungsdelikten.
b) Von Sensationspresse und Romanschreibern schon zu seinen Lebzeiten weitgehend "erfunden", gibt es parallel zu der historischen Figur den Mythos "Schinderhannes", dem eines Robin Hoods und Freiheitskämpfers.

Beiden Spuren geht dieses Forschungsportal nach - 27 Jahre Arbeit und Quellenrecherche in mehr als hundert Archiven und auf zwei Kontinenten sind Hintergrund dieser Forschung.

 

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